Stiftung Warentest: überwiegend schlechte Ergebnisse für die Baufinanzierungs-Beratung in Bank

Zu hohe Kreditraten, schlechte Ratschläge, dürftige Informationen und teure Kredite – im Praxistest zur Baufinanzierung stellte die Stiftung Warentest bei vielen der 21 getesteten Banken und Kreditvermittlern erhebliche Mängel fest.

Tester der Stiftung Warentest ließen sich in jeweils sieben Filialen pro Institut zur Finanzierung einer Eigentumswohnung beraten und Kreditangebote erstellen. Das Ergebnis war in vielen der insgesamt 146 Testgespräche ernüchternd. Jeder fünfte Berater machte einen Vorschlag, bei dem die Monatsbelastung aus Kreditraten und Bewirtschaftungskosten um mehr als 150 Euro
höher war, als der Kunde höchstens zahlen konnte. Die empfohlene Kreditsumme hätte mitunter für den Kauf gar nicht gereicht. In anderen Fällen war sie um mehr als 20.000 Euro zu hoch. Obwohl genügend Eigenkapital zur Verfügung stand, rieten einige Berater sogar dazu, den gesamten Kaufpreis auf Kredit zu finanzieren.
Fördermöglichkeiten durch Wohn-Riester oder ein Darlehen der staatlichen KfW-Bank waren in vielen Beratungsgesprächen kein Thema. Auch die Informationen über die angebotenen Kredite ließen zu wünschen übrig: Häufig fehlten zum Beispiel Tilgungspläne, Angaben über die Restschuld am Ende der Zinsbindung und die voraussichtliche Dauer bis zur Schuldentilgung.
Die Tester stellten außerdem riesige Zinsunterschiede zwischen den Finanzierungsangeboten der Banken fest: Sie summierten sich im Testfall (Kreditsumme zirka 220.000 Euro) auf bis zu 30.000 Euro in 15 Jahren. Der ausführliche Artikel Praxistest Baufinanzierung ist in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest erschienen oder unter www.test.de/baufi-beratung im Internet abrufbar.