Drückendes Grundwasser häufig ein Problem

Weiße Wannen sind heute nicht mehr teurer als schwarze. Sie sollten deshalb längst Standard
sein, fordert der Verband Privater Bauherren (VPB). Aber das Gegenteil ist der Fall: Immer
noch bekommen viele Bauherren einen konventionellen Keller unter ihr Haus und plagen sich
jahrzehntelang mit drückendem Grundwasser. Manche Schlüsselfertiganbieter sind nach VPB-Erfahrung nicht Willens oder in der Lage, einen zeitgemäßen Keller zu bauen. Baufachleute unterscheiden beim Kellerbau zwischen sogenannten weißen und schwarzen Wannen. Schwarze Wannen sind Keller mit Betonbodenplatte und gemauerten Außenwänden, die vor dem Befüllen von außen mit einem schwarzen Bitumenanstrich oder einer Schweißbahn vor Feuchtigkeit geschützt werden. Die Konstruktion verdankt ihren Namen der teerfarbenen
Oberflächenbeschichtung, die aber meist nur etwa 30 Jahre lang hält. Weiße Wannen sind
rundum geschlossene Konstruktionen, bei denen alle Teile aus hochwertigem, wasserundurchlässigem Beton bestehen. Experten bezeichnen das Material auch als WU-Beton.
Seine Lebensdauer liegt bei 60 bis 80 Jahren. Weiße Wannen sind unentbehrlich, wo Wasser von unten oder seitlich auf die Kellerwände oder die Bodenplatte drückt, und das ist inzwischen vielerorts der Fall. Eine der Ursachen ist der steigende Grundwasserspiegel – weil inzwischen weniger Trinkwasser entnommen wird als noch vor einigen Jahren. Außerdem darf oft die Drainage, die Regenwasser vom Haus wegleiten soll, nicht mehr ans Kanalsystem angeschlossen werden. Das nicht abgeleitete Wasser drückt dann als aufstauendes Sickerwasser ebenfalls auf die Kellerwände. Erwerber schlüsselfertiger Immobilien sollten hier besonders aufmerksam sein, damit sie auch eine Weiße Wanne bekommen, wenn die Grundwasserverhältnisse dies erfordern.