Versteckte Kosten beim Grundstückskauf

Der Kauf eines Grundstücks ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die eigenen vier Wände. Nicht nur der Preis spielt eine Rolle, denn wo und wie man künftig wohnt, ist eine wichtige Lebensentscheidung. Aus Angst, dass ein anderer schneller "zuschlägt", sollte man keine
übereilte Entscheidung treffen. Besser ist es, Auswahlkriterien festzulegen und sich unabhängigen Expertenrat einzuholen. "Auch Wiederverkaufsaspekte sollten mit bedacht werden", rät Professor Dr.-Ing. Horst Borgmann, Servicepartner der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB).

Klären, ob gebaut werden darf
Grundsätzlich zu klären ist, am besten durch eine Anfrage beim Planungsamt, ob ein angebotenes Grundstück tatsächlich bebaut werden kann. Verkehrswege oder Gewerbebetriebe können Lärm- oder Geruchsbelästigungen verursachen. Professor Borgmann empfiehlt daher, das Grundstück zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen zu besichtigen, um sich ein objektives Bild zu machen. Schnitt und Lage des Grundstücks können ebenfalls seine Bebaubarkeit und die Baukosten beeinflussen. Bauen am Hang etwa ist teurer, und bei schmalen Grundstücken muss auf den Mindestabstand zum Nachbarn - in der Regel drei Meter - geachtet werden. Auch unebene Grundstücke, die erst noch planiert werden müssen, oder im Boden versteckte Altlasten können die Kosten bereits vor dem Baubeginn in die Höhe treiben. Bei gesundheitsgefährdenden Stoffen im Boden sollte ein Kauf unterbleiben.


Erschließungskosten genau klären
Baugrundgutachten geben Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit sowie die Grund- und Schichtwassersituation und sind daher unerlässlich, um Risiken bei der Gründung des Hauses einzuschätzen und entsprechend zu bauen. Last, but not least spielen die Erschließungskosten eine Rolle, die beispielsweise für den Ausbau und die Erneuerung von Straßen, Gehwegen oder Versorgungsleitungen zu erwarten sind. Auf der Verbraucherwebsite www.bsb-ev.de gibt es ein kostenloses Ratgeberblatt "Prüfsteine zum Grundstückskaufvertrag" sowie Kontakt zu unabhängigen Bauherrenberatern.