Boden gut gemacht

Er liegt uns zu Füßen und erhält doch oft zu wenig Beachtung. Dabei prägt der Bodenbelag die Atmosphäre eines Raums entscheidend. Umso mehr Sorgfalt sollte man auf seine Auswahl verwenden. Schwäbisch Hall-Expertin Ingrid Lechner hat sich umgesehen, welche Materialien Bauherren und Modernisierern zur Verfügung stehen, um (den) Boden gut zu machen.


Der Fußboden ist das verbindende Element zwischen Architektur und Einrichtung eines Hauses. Er bildet – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – die Grundlage dessen, was ein Raum ausstrahlt: Eleganz, Modernität, Wärme oder Natürlichkeit. Es geht also um weit mehr als nur die Alltagstauglichkeit des Bodens.
Sicher ist es von Bedeutung, ob man einen Naturstoff oder ein synthetisches Produkt wählt, wie sich das Material verlegen lässt, welcher Pflege es bedarf und was es kostet. Doch am Anfang sollte die Frage nach der Wirkung stehen: cool und stylish oder gemütlich und kuschelig? Das sind ganz unterschiedliche Wohngefühle, für die man jeweils den passenden Boden unter den Füßen braucht.

Für jede Wirkung das passende Material

Die Auswahl an Bodenbelägen ist so groß wie nie zuvor und die verschiedenen Materialien in puncto Stil und Stimmung sind außerordentlich vielseitig. Zum Beispiel Holz: Während Stab- oder Mosaikparkett seit jeher für klassische Eleganz steht, verbindet man Holzdielen mit einem eher rustikalen Ambiente. Doch in wertvollen Harthölzern wie Eiche, Esche oder Kirsche strahlen sie – in manchen Fällen mit farblich veredelten Oberflächen – puren Luxus aus.
Diese Eigenschaft teilen sie mit den feinsten Natursteinen, vor allem dem Marmor, aber auch Gesteinen wie Travertin mit seiner charakteristisch porösen Struktur, die ihm eine eher warme Eleganz verleiht. Granit oder Schiefer gehören dagegen eindeutig zu den coolen Vertretern der Natursteinbeläge und passen ideal zu einer puristisch-modernen Architektur und Einrichtung. Aber auch die fugenlosen, geschliffenen und polierten Designer-Estriche legen in derartigem Ambiente einen glänzenden Auftritt hin.

Übereinstimmung von Wohngefühl und Ökobilanz

Ähnlich reichhaltig ist das Angebot für den Megatrend der letzten Jahre: einem natürlich geprägten Einrichtungsstil. Kork und Bambus bieten hier eine frische Alternative zum traditionellen Holzfußboden. Altbekannte, zwischenzeitlich aber etwas in Vergessenheit
geratene Pflanzenfasern wie Jute, Kokos oder Seegras werden wieder beliebter. Als nachwachsende Rohstoffe vermitteln sie nicht nur ein grünes Wohn- und Lebensgefühl, sondern weisen tatsächlich eine hervorragende Ökobilanz auf: Hier stimmen Wirkung und „innere Werte“ vorbildlich überein.